Quarantäne mit Hund: Was geschieht bei Corona-Infezierung mit meinem Hund?

Quarantäne mit Hund: Was tun bei Infizierung mit Covid-19?

Wie gehe ich mit als Hundebesitzer damit um, wenn ich wegen Corona auf Anordnung zuhause bleiben muss? Die Durchseuchung mit COVID-19 lässt sich nicht mehr aufhalten, und es tauchen immer mehr Fragen zur möglichen Quarantäne mit Hund auf.  Gilt diese auch für meinen Hund? Warum reagieren die Behörden so sensibel? Wir haben recherchiert.

Verbreitung von Corona verlangsamen

Bevor wir auf Corona mit Hund eingehen, müssen wir zuerst ein paar grundsätzliche Dinge klar stellen.
Es kann nicht deutlich genug gesagt werden: Der Coronavirus kann für Risikogruppen lebensgefährlich werden. In den meisten Fällen, insbesondere bei Kindern und jungen Menschen, verläuft eine Infektion wie eine harmlose Erkältung, manchmal sogar nahezu symptomfrei. Bei Menschen mit Vorerkrankungen oder aus anderen Risikogruppen kommt es aufgrund des “Etagenwechsels” (Lungenentzündung) teilweise zu schwereren Verläufen. Das betrifft neben herz-, immun- und lungengeschwächten Personen auch ältere Menschen und Raucher.
Krankenhäuser, insbesondere deren Intensivstationen, sind aufgrund der laufenden Grippewelle und auch anderer Notfallerkrankungen aktuell mehr oder weniger ausgelastet. Nicht für jedes Intensivbett stehen Beatmungsgeräte zur Verfügung.
Corona mit HundDeshalb ist so wichtig, dass die – zweifelsfrei folgende – Durchseuchung verlangsamt wird: Nur, wenn die Ausbreitung so langsam wie möglich passiert, ist unser Gesundheitssystem in der Lage, Notfälle so zu versorgen, wie wir es uns alle für uns selbst wünschen würden. Unter dem Hashtag #flattenthecurve finden sich zahlreiche Beiträge in den sozialen Medien, die sich damit auseinander setzen, warum es so wichtig ist, die Exponentialkurve der Infektionen abzuflachen.
Warum du jetzt (und nicht erst später) handeln solltest, hat Tomas Pueyo für Perspective Daily in einem fundierten Artikel des englischsprachigen Onlineblogs Medium übersetzt. Im Artikel findest du unter Anderem eine Möglichkeit, die Zahl der tatsächlich infizierten Personen deiner Stadt (deines Kreises, deiner Region) gegenüber den diagnostizierten und tatsächlich gemeldeten Fällen zu erahnen. Vorsicht: Du wirst danach einen anderen Blick auf die Dinge haben.

Soziale Isolation

Auch wenn du bisher nicht betroffen bist, keinen Kontakt zu einem Erkrankten oder einer Kontaktperson hattest, kannst du deinen Beitrag leisten: Indem du selbst deine Tätigkeiten außer Haus auf ein Minimum reduzierst. Arbeiten und einkaufen: Ja. Gassi gehen: Auch ja, aber nach Möglichkeit mache dich in Zeiten von Corona allein mit deinem Hund auf den Weg oder halte angemessenen Abstand (2 Meter) zu den Menschen, die dich begleiten. Die Bundesregierung hat bislang (Stand 15.03.2020) keine Ausgangssperre verhängt. Mittlerweile ist nicht mehr klar, ob es dabei bleiben wird. Wir halten es für sinnvoll, den Kontakt auf die Personen zu beschränken, mit denen du im Haushalt lebst. So vermeidest du, eine möglicherweise unentdeckte Corona-Infektion bei dir und auch Anderen zu verbreiten. Solltest du in Kontakt mit Anderen gehen, solltest du dich selbstverständlich an die Hygienemaßnahmen (Händewaschen, Hust- und Nies-Ettikette) halten.
Wenn du besser verstehen möchtest, wie genau soziale Isolation die Ausbreitung verlangsamen kann, empfehlen wir dir einen kurzen Blick auf die Animation von Harry Stevens bei der Washington Post. Er hat das Thema leicht verständlich aufbereitet, dass sogar Kinder verstehen, was die notwendige Zurückhaltung bewirken kann. Und gerade Kinder sind aufgrund ihres Kontakts zu Personen aller Altersgruppen (Gleichaltrige, Eltern, Großeltern…) die größte Überträgergruppe – der Grund, warum Schulen und Kindergärten flächendeckend geschlossen wurden.

Wo ist der Unterschied zur Quarantäne?

In erster Linie liegt der Unterschied in der Anordnung durch die örtlich zuständigen Gesundheitsbehörden (Gesundheitsämter). “Anordnung” ist hier als “Verpflichtung” zu verstehen. Diese geht zurück auf das Infektionsschutzgesetz. Um es deutlich zu sagen: Wer die angeordnete Quarantäne nicht einhält, macht sich strafbar. Im § 72 IfSG ist geregelt, dass Geldbußen und sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren drohen. Solltest du betroffen sein, halte dich also bitte unbedingt an die Anordnung.
Die Quarantäne-Anordnung kann auf dich zukommen, weil du in den letzten 14 Tagen in einem betroffenen Gebiet warst oder du Kontakt zu einem COVID-19-Erkrankten hattest. Damit bist du ansteckungsverdächtig, und das auch, ohne selber krank oder krankheitsverdächtig zu sein! Ein übersichtliches Merkblatt mit allen Informationen zur häuslichen Quarantäne unter Corona hält das Robert-Koch-Institut (RKI) bereit.

Wer geht bei Quarantäne mit meinem Hund Gassi?

gassi quarantäneBei angeordneter Quarantäne: Nicht du selbst! Es sei denn, du hast vom Gesundheitsamt eine ausdrückliche Erlaubnis eingeholt. Diese lasse dir mit Blick auf die Strafvorschriften des Infektionsschutzgesetz am besten schriftlich geben.
Wenn du einen Garten hast, kannst du dich entspannen. Dein Hund kann immerhin dort ins Freie. Möglichkeiten der Auslastung gibt es genug. Dafür brauchen die meisten Hunde kein Gassi! (Immer daran denken: Die Not mit dem eigentlichen “Spazierengehen” haben nur wir Menschen! Wölfe im Rudel gehen auch nicht spazieren. Wenn sie durch ihr Revier ziehen, tun sie das, um zu jagen, Sozialkontakte zu leben und nach Beute zu suchen. Das lastet gleichzeitig ihren Kopf aus.) Wenn du in Zeiten von Corona auf Sozialkontakte verzichten kannst, kann das auch dein Hund!
Wenn du einen Hund hast, der wirklich dringend Bewegung braucht, um ausgelastet zu sein (damit meinen wir Rassen, die z.B. zu den Windhunden zählen, die wirklich “LAUFEN” müssen!) und keinen Garten hast, kannst du darüber nachdenken, dein Tier in eine Pension zu geben. Offiziell umschließt die Quarantäne-Anordnung nämlich auch, den Kontakt zu Personen außerhalb des Haushalts zu unterbinden. Das gilt für Briefträger, Lieferdienste, Nachbarn, Freunde – aber auch für Ersatz-Spaziergänger. Das klingt verdammt bitter und für uns Hundehalter kaum realisierbar, aber so ist derzeit die Gesetzeslage. Weil es bislang dazu keine klare Handlungsanweisung zur Quarantäne mit Hund von offizieller Stelle gibt. Man scheint uns Tierhalter bislang einfach vergessen zu haben.

Unser Vorschlag, wie du die Situation händeln kannst: Übergib’ deinen Hund VOR deiner Haustüre an einen Gassigänger, der ihn mit EIGENER Leine und Halsband in Empfang nimmt. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass dein Hund selbst am Virus erkrankt oder diesen durch Tröpfcheninfektion übertragen kann. Er könnte allerdings, genau wie eine Leine oder ein Halsband, im Moment der Übergabe als “Oberfläche” fungieren. Die neuesten Forschungen sind sich noch nicht einig. Amerika geht von einer Überlebensdauer des Erregers bis zu 72 Stunden, eine deutsche Studie sogar von bis zu neun Tagen, aus. Dein Gassigänger sollte also unbedingt die Hygienemaßnahmen vor und nach Kontakt mit dem Tier einhalten, damit dein Hund und deine mögliche Corona-Infektion kein Risiko für Andere darstellt.

Nein, das sind keine guten Nachrichten. Machen wir das Beste daraus.

training zuhauseWir müssen der Realität ins Auge blicken. Es gibt keinen Weg an Corona vorbei. Und besonders eine Quarantäne mit Hund ist eine harte Zeiten. Panikmache ist trotzdem nicht angemessen, denn unter dem Strich handelt es sich um eine “Erkältungskrankheit”, die in den meisten Fällen harmlos verläuft. Diese Tatsache neigt man zu vergessen, weil man “in der Welt da draußen” und auch im TV und Internet kaum noch etwas Anderes liest oder hört. Es geht, wie schon gesagt, um den Schutz der Älteren und Schwächeren.
Wir können die Zeit zuhause für uns nutzen, uns darauf besinnen, was wirklich wichtig im Leben ist. Entschleunigung leben, uns mit Dingen beschäftigen, für die wir lange keine Zeit hatten. Oder uns um lästige Pflichten kümmern, die wir vor uns hergeschoben haben. Jetzt wäre zum Beispiel ein guter Zeitpunkt, die Steuererklärung fertig zu machen, oder den Garten auf Vordermann zu bringen. Wieder Gedichte zu schreiben, zu stricken, häkeln, ein Regal zu streichen… oder mit dem Hund an Baustellen zu trainieren, für die uns im hektischen Arbeitsalltag die Zeit fehlt. Apportieren geht übrigens auch wunderbar im Garten – selbst in der Wohnung! Tolle Ideen für Beschäftigungsmöglichkeiten zuhause liefert Christina Sondermann auf Ihrer Internetseite Spaß mit Hund.
Auf unserer Facebookseite werden wir uns in den nächsten Wochen darauf konzentrieren, euch weitere Anregungen für eine gute Zeit daheim zu liefern. Hast du selbst Ideen? Anregungen oder Kritik zum Artikel? Schreib’ uns gerne in die Kommentare!

Pass’ auf dich auf und bleibe vor allem gesund!

Weiterführende Informationen zu Corona mit tagesaktuellem Bezug:

Aktuelle Informationen der Bundesregierung
WHO: Zahlen, Daten, Fakten
Robert-Koch-Institut: Risikogebiete und weitere Informationen

Podcast WDR: Coronavirus – Doc Esser klärt auf
Bayern3: Corona – Klartext für euch vom Experten

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