Wer glaubt, dass man beim Gassiservice für Hunde einfach nur entspannt mit mehreren Hunden durch die Gegend läuft und dafür Geld bekommt, der irrt sich gewaltig. Natürlich wird das Gassigehen deine meiste Zeit in Anspruch nehmen, aber die Hunde möchten ja während den Spaziergängen auch beschäftigt werden. Vielleicht baust du kleine Trainingseinheiten ein oder spielst mit den Hunden. Das alles muss natürlich vorher organisiert und geplant werden.
Es werden auch nicht alle Hunde auf demselben Trainingsstand sein. Also wäre es hilfreich, wenn du dementsprechend unterschiedliche Übungen vorbereitest. Vermutlich wirst du auch dafür verantwortlich sein, die Hunde pünktlich bei ihren Menschen abzuholen und nach dem Spaziergang wieder bei ihnen abzuliefern. Dies funktioniert am besten, wenn du ein großes Auto hast – du fungierst quasi als Chauffeur*in für die Vierbeiner. Aber so ein Auto muss man sich auch erstmal leisten können. Was eine gute Überleitung zum letzten Punkt darstellt:
Eignet sich der Traumjob als Hauptjob?
Bevor du darüber nachdenkst, wie viel Geld du mit Gassiservice für Hunde verdienen wirst, rechnen wir zunächst einmal aus, welche Ausgaben gerade in der Anfangszeit auf dich zukommen werden. Solltest du dich beispielsweise dazu entscheiden, vorab eine Ausbildung zum Dogwalker zu machen – was auf jeden Fall für künftige Kund*innen ein echtes Qualitätsmerkmal wäre – fallen dafür Kosten zwischen 1000 und 1500 Euro an.
Wenn du zudem den Service anbieten möchtest, die Hunde deiner Kund*innen abzuholen und wiederzubringen, benötigst du wie bereits erwähnt ein (großes) Auto in einem verkehrstauglichen Zustand, mit dem du noch viiiiiele Kilometer fahren kannst. Denn beim täglichen Holen und Bringen fallen sehr viele Kilometer an, was natürlich mit (hohen) Benzinkosten verbunden ist. Transportboxen für die Hunde brauchst du unbedingt auch.
Zudem solltest du dich genau informieren, welche Versicherungen du zusätzlich benötigst, da du mit fremden Hunden unterwegs sein wirst und geklärt sein muss, wer im Schadensfall haftet.
Eine kleine Auswahl an Trainingsequipment, Hunde-Leckerli sowie wetterfeste Outdoor-Kleidung für deine Spaziergänge wäre auch von Vorteil. Allerdings fallen dafür keine Unsummen an. Ob du Geld für Marketingmaßnahmen, wie zum Beispiel Werbeanzeigen auf Instagram oder in der Tageszeitung ausgeben möchtest, bleibt dir überlassen. Gerade in der Anfangszeit kann das definitiv nicht schaden.
Im Vergleich zu anderen Hundeberufen halten sich die Ausgaben beim Gassiservice für Hunde (abgesehen von den Fahrzeug- und Spritkosten) einigermaßen in Grenzen – doch bei den Einnahmen sieht es leider ähnlich aus.
Sicherlich spielt es auch eine Rolle, in welcher Region du diesen Service anbieten möchtest. Generell kann man sagen, dass Gassiservice für Hunde in städtischen Regionen mehr gefragt sind als auf dem Dorf. Außerdem sollte es natürlich auch genügend Hunde an deinem Standort geben – bei Katzenliebhabern wirst du auf keinen grünen Zweig kommen.
Dein Verdienst wird auch davon abhängen, wie groß die Hundegruppen sind, mit denen du unterwegs sein wirst.
Hier können sich Abo-Modelle für Kund*innen lohnen, die ihre Hunde regelmäßig zu dir bringen. Dies hat auch den Vorteil, dass du besser planen kannst. Überlege dir auch, ob du zusätzlich zu den Gruppenspaziergängen auch Einzelrunden anbieten möchtest – welche du natürlich dementsprechend höher bepreisen könntest.
Schaut man sich mal auf dem Markt um, ergibt sich ein durchschnittlicher Preis von 35 EUR für eine Einzelrunde und 20 EUR für einen Gruppen-Spaziergang pro Hund. Als Beispielrechnung gehen wir einfach mal davon aus, dass du zwei Einzelrunden und vier Gruppen-Spaziergänge mit drei Hunden pro Wochen haben wirst. Gerade für die Anfangszeit, in der du noch nicht so bekannt bist und dir einen Kundenstamm erst noch aufbauen musst, ist das ein realistisches Pensum.
Bei der Beispielrechnung ergibt sich somit ein Monatsgehalt von 1240 € brutto. Davon werden noch Versicherungskosten, Benzin und vieles Anderes abgezogen. Am Ende des Tages bleibt dir – wohlwollend gerechnet – etwa die Hälfte zum Leben.
Sicherlich wird es auch Zeiten geben, in denen du mehr einnehmen wirst, aber genau so wird es auch Phasen geben, in denen deine Dienste nicht so gefragt sein werden.
Wenn du dauerhaft vom Gassiservice für Hunde leben möchtest, sollte dir klar sein: Dafür musst du viele Hunde aufnehmen. Das wiederum erfordert viel Zeit auf der Straße, um den Hol- und Bringservice sicherzustellen. Als Nebentätigkeit eignet sich der Job dafür super! Und er stellt auch einen guten Ausgleich dar, wenn du beispielsweise hauptberuflich in einem Büro arbeiten musst. Alternativ ist Dogwalking auch eine gute Ergänzung, wenn du bereits als Hundetrainer*in arbeitest oder eine Hundepension betreibst.
Und du könntest dein Arbeit auch z.B. mit geführten Hundewanderungen ergänzen.