erste hilfe hund

Erste Hilfe am Hund: Bist du vorbereitet?

Was für Menschen gilt, gilt auch für die Erste Hilfe am Hund: Ein Ersthelfer kann Leben retten.
Spätestens zum Führerschein hast du einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Vielleicht warst du auch nochmal bei einem Auffrischungskurs. Das tut leider noch lange nicht jeder. Die Folge: Wir hoffen inständig, dass wir niemals in eine Notfallsituation geraten, denn dann müssten wir sehr, sehr tief in unserer Erinnerung kramen…

Weißt du, was zu tun ist, wenn dein Hund angefahren wird oder sich verletzt?

Was ist mit Erste Hilfe gemeint?

Wenn wir an die Erste Hilfe denken, haben wir häufig ein falsches Bild im Kopf. Zum Beispiel ist gar nicht wichtig, dass ein Verband perfekt sitzt oder du die richtigen Medikamente im Schrank hast, falls jemandem bei dir zuhause etwas passiert. Es geht um die Erstversorgung, um Maßnahmen, die jeder Mensch durchführen kann, um Leben zu retten, drohende Gefahren oder langfristige Gesundheitsschäden abzuwenden bzw. zu mildern – und zwar nur so lange, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Konkret ist damit gemeint:

  • Absetzen des Notrufs
  • Absichern der Unfallstelle und
  • Betreuung der verletzten Person.

So kannst du dich vorbereiten

Mal abgesehen davon, dass die wenigsten Hundehalter schon einmal einen Kurs besucht und sich mit Praxisübungen beschäftigt haben, gibt es bei der Ersten Hilfe am Hund ein riesengroßes Problem: Es gibt keinen bundeweiten Rettungsdienst und auch keine zentralisierte Notrufnummer. Dazu kommt, dass es richtig schwierig wird, wenn sich der tierische Notfall nicht nach den Öffnungszeiten deiner Haustierarzt-Praxis richtet.  Was also tun?

Es macht auf jeden Fall Sinn, dass du dich mit den Öffnungszeiten deiner Praxis vertraut machst. Außerdem solltest du vorbereitend Adressen und Telefonnummern von Tierkliniken in deinem Umfeld raussuchen. Diese könntest du dir ins Portemonnaie legen oder/und an den Kühlschrank hängen. Wenn du dir die Rufnummern ins Handy speicherst, verlierst du im Ernstfall sogar weniger Zeit.

Woran erkenne ich eine Notfallsituation beim Hund?

Wenn ein Hund stark blutet oder ein Knochen gebrochen ist, ist das häufig auf den ersten Blick erkennbar. Aber nicht jede Situation, in der du Erste Hilfe am Hund leisten solltest, ist immer so eindeutig.
Hunde sind nun mal nicht artverwandt mit uns, und deshalb können Situationen für sie bedrohlich sein, die für uns gar nicht so schlimm sind. Ein typisches Beispiel für einen echten Notfall sind Hunde, die bei sommerlichen Temperaturen im Fahrzeug zurück gelassen werden. Dabei spielt kaum eine Rolle, ob sie Zugang zu Wasser haben oder nicht. Dadurch, dass Hunde Fell haben und nicht auf die gleiche Weise schwitzen wie wir Menschen, sind ihre Möglichkeiten begrenzt, den Temperaturanstieg auszugleichen. 

Um einen echten Notfall auch als solchen zu erkennen, ist es sinnvoll, sich mit dem “Normalzustand” eines gesunden Hundes vertraut zu machen.

Vitalfunktionen und Normwerte des Hundes

Vom Menschen kennst du es, dass ein gesunder Ruhepuls grob zwischen 60 und 90 Schlägen pro Minute liegt. Je nach Alter, Gewicht und Fitness können die Werte abweichen. Es gibt auch gesunde Menschen, die aus anderen Gründen einen abweichenden Ruhepuls haben. Diese Abweichungen sind wichtig zu kennen, damit eine Notfallsituation richtig eingeschätzt werden kann.

Genauso wie bei der Herzfrequenz gibt es auch für Atmung, Körpertemperatur, empfohlene Trinkmenge usw. Durchschnittswerte, an denen wir uns orientieren können. Und solche Werte gibt es natürlich auch für den Hund. Als Hundehalter solltest du diese Durchschnittswerte kennen, damit du z.B. beurteilen kannst, ob dein Hund Fieber hat. Und noch besser ist, wenn du die individuellen Werte deines Hundes im gesunden Zustand kennst. Man kann nämlich die Werte eines übergewichtigen Dackels nicht mit denen eines durchtrainierten Border Collies vergleichen. Neben den vorhin schon angesprochenen Merkmalen wie Alter, Gewicht und Größe kommen bei Hunden auch noch rassetypische Unterschiede hinzu.

Achtung! Erschrick’ dich nicht, wenn du die Herzschläge deines Hundes zum ersten Mal misst: Das Hundeherz hat einen anderen Schlagrhythmus.

Erste Hilfe am Hund: Normwerte
Erste Hilfe am Hund: Normwerte der Vitalfunktionen (Mobilgerät: Bild anklicken)

Das ABCDE-Schema

Wenn du schonmal einem Notfallsanitäter oder Arzt bei der Arbeit zugesehen hast, ist dir bestimmt aufgefallen, wie souverän und gelassen er an einer verletzten Person arbeitet. Natürlich hat das vor allem damit zu tun, dass der Sanitäter darauf geschult ist und im Laufe der Zeit Routine in seinem Job entwickelt hat. Und trotzdem bedeutet es nicht, dass ihm Situationen nicht nahe gehen können. Häufig hört man davon, dass es auch Profis im Fall von verletzten Kindern nicht mehr so leicht fällt, Emotionen außen vor zu lassen. Denn auch professionelle Distanz hat ihre Grenzen.

Um auch in brenzligen und hochemotionalen Situationen schnell und effektiv helfen zu können, wurde das ABCDE-Schema für Notfälle entwickelt. Es orientiert sich am Prinzip “treat first what kills first” (behandle zuerst, was zuerst tötet). Dieses Schema kann auch für andere Lebewesen wie den Hund angewandt werden:

Erste Hilfe am Hund: ABCDE-Schema
Erste Hilfe am Hund: ABCDE-Schema (Mobilgerät: Bild anklicken)

Selbstschutz

Egal, ob Mensch oder Tier: Einem Verletzten kann nur geholfen werden, wenn der Helfende unversehrt bleibt. Deshalb wird in der Notfallmedizin der Selbstschutz sehr wichtig genommen.
Im Zusammenhang mit dem Hund spielt Eigenschutz nochmal eine besondere Rolle: Denn die gefährlichste Waffe unserer Vierbeiner sind ihre Zähne. Diese gilt es in einer Erste Hilfe Situation zuerst außer Gefecht zu setzen. Hast du deinem Hund einen Maulkorb auftrainiert? Prima. Das hilft dir jetzt. Denn er wird diesen nicht als zusätzliche Bedrohung empfinden, wenn du ihm diesen aufsetzt, wenn er Schmerzen hat. Kennt dein Hund den Maulkorb nicht, ist hier Vorsicht geboten! 
In dem Fall wendest du besser den “Handtuchtrick” an. Dafür kannst du auch einen Pullover, eine Jacke oder eine Decke verwenden. Im folgenden Video zeigt dir Dr. Ira Hanenberg, wie du deinen Hund so sichern kannst, dass er dich auch unter Schmerzen nicht mit seinen Zähnen verletzen kann.

 

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Das Erste-Hilfe-Set

Wahrscheinlich hast du noch nie darüber nachgedacht: Wenn du mit deinem Hund längere Spaziergänge machst, ist es durchaus sinnvoll, ein Erste-Hilfe-Set dabei zu haben. Das kann euch Beiden aus einer unvorhergesehenen Situation helfen. Und das Gute ist: Für die Versorgung von Verletzungen deines Hundes brauchst du nichts wirklich Anderes als den Inhalt eines klassischen Erste-Hilfe-Sets. Denn auch deinen Hund würdest du bei Blutungen mit einem Verband versorgen. Eine zusätzliche Zeckenzange passt in das Set garantiert noch rein. Wobei eine Zecke kein ernsthafter Notfall ist.

Praxisfall üben

Damit du dich souverän fühlen kannst in einer Notfallsituation, solltest du einen Kurs zum Thema Erste Hilfe am Hund besuchen.

 

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