Interview mit Tina Gärtner

Erfolgreich selbständig in der Hundebranche: Expertin Tina Gärtner im Interview

Wenn du dich in der Hundebranche selbständig machen möchtest, kommst du an Tina Gärtner nicht vorbei. Sie hat sich auf die Beratung von Hundeunternehmern spezialisiert – und sogar mehr als das: Sie hat den Begriff des “Hundeunternehmers” erfunden.

In ihrem Interview hat sie uns die wichtigsten Tricks und Kniffe verraten, die du beherzigen solltest, wenn du dich in der Hundebranche selbständig machen willst.

Wie lange bist du schon Hundebesitzerin? Und was hat das für dich verändert?

Mein erster eigener Hund ist 2010 bei mir eingezogen, dann folgte der zweite Hund 2011 und der dritte 2013. Gottseidank sind alle drei Mäuse noch bei mir, und wir genießen als perfekte Vierer-Gang jeden einzelnen Tag miteinander. Verändert hat sich dadurch, dass ich jeden Tag unendlich viel Liebe um mich habe, dass ich Wesen um mich habe, für die ich verantwortlich bin und für deren Wohlergehen ich sorge, und dass ich diese Art des besonderen „Familien“lebens, wie sie nur ein Hundehalter nachvollziehen kann, sehr schätze und liebe.

Tina Gärtner

Für viele Hundetrainerinnen und andere Tierberufler war die Entscheidung für das Arbeiten mit Hunden oder in der Natur ein echter Gamechanger. Wie war das für dich? Und was ist das Besondere daran?

Im Grunde arbeite ich ja nicht mit Hunden. Gut, diese Antwort hätte auch von jedem Hundetrainer kommen können… 😊

Dennoch: Das Thema meiner Arbeit ist „die Selbständigkeit rund um den Hund“. Meine Arbeit hat tatsächlich gar nichts mit Hunden zu tun: Ich helfe Selbständigen in der Branche Hund, sich ein Unternehmen aufzubauen, das sie glücklich macht. Ein “Gamechanger” war das trotzdem für mich, denn ich war vorher angestellt und habe mich in dem Job vorher nach und nach kaputt gemacht.

Dass das nicht an dem Job lag, sondern an mir, meinen inneren Strukturen, meinem inneren „Gestricktsein“, habe ich erst so richtig in meiner Selbständigkeit erkannt, die ich 2012 offiziell begonnen habe. Da habe ich gemerkt, dass das Kaputt-Arbeiten nicht am Konzern lag, in dem ich zuvor tätig war – sondern an mir. Nach 10 Jahren Selbständigkeit habe ich inzwischen gelernt, auf mich zu achten, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und „dennoch“ ein sehr erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Diese Erkenntnisse gebe ich 1:1 an meine Kundinnen aus der Hundebranche weiter.

Womit hättest du vorher überhaupt nicht gerechnet?

Hmm… eigentlich habe ich gar nichts erwartet und mir gar nicht viele Gedanken gemacht. Der Start meiner Selbständigkeit geschah recht spontan, aus einem realen Bedarf der Kunden heraus: Ich machte eine dreijährige Hundetrainer-Ausbildung (weil ich mit meinem ersten Hund nicht klarkam, nicht unbedingt, um Hundetrainerin zu werden – da war ich noch unentschieden) und sah, gerade zum Ende der Ausbildung hin, mit welchen Fragen sich die nun bald startenden Hundetrainer quälten. Auf nahezu alle Fragen hatte ich Antworten, weil ich Erfahrung in der realen Wirtschaft hatte und jahrelang im Bereich Zielgruppenkommunikation (also Marketing) gearbeitet habe sowie in der Projektleitung, Budgetverwaltung und Personalentwicklung. Von daher habe ich einfach begonnen, diesen Menschen zu helfen, habe gesehen, dass es Nachfrage gibt – und bin so relativ ungeplant in meine Selbständigkeit gestartet.

Was jedoch niemand, wirklich niemand vorher einschätzen kann – davon bin ich überzeugt – ist, wie fordernd die Selbständigkeit ist. Das KANN kein Nicht-Selbständiger nachvollziehen und auch niemand, der das erst zwei, drei Jahre macht.

Ich sage immer, dass die Selbständigkeit nach dem Eltern-Sein die größte Persönlichkeitsentwicklungsmaßnahme ist, die man machen kann. Jedes, aber wirklich jedes Thema, mit dem du in deinem Innern noch nicht perfekt rund bist, bekommst du auf dem Silbertablett präsentiert und siehst die Auswirkungen in deiner Selbständigkeit. Und wenn du diese Themen nicht löst, wird es anstrengend und sehr, sehr zäh.

Urlaub mit Hund

Diesen Zusammenhang zwischen persönlicher Entwicklung, den eigenen inneren Themen und dem Erfolg in der Selbständigkeit hätte ich vorher nie vorhersehen können.

Würde dein Job dich genau so glücklich machen, wenn du ihn in einem Angestelltenverhältnis ausüben könntest?

Definitiv nicht! Ich bin ein absoluter Freigeist: Jederzeit entscheiden zu können, was ich tue oder nicht, welchem Thema ich Priorität gebe, mit wem ich zusammenarbeite oder nicht, welche strategische Richtung ich einschlage und vor allem WIE ich die Themen inhaltlich bearbeite und vermittle – diese Freiheiten sind ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Ich möchte keine Kompromisse machen. Freiheit ist einer meiner wichtigsten Werte. Und der wird durch meine Art der Selbständigkeit verwirklicht.

Du hast das Thema „Mit Hunden arbeiten und dabei Geld verdienen“ ja professionalisiert – was ist nach deiner Erfahrung der größte Stolperstein auf dem Weg in eine erfolgreiche Selbständigkeit in der Hundebranche?

Zu glauben, dass kynologisches Fachwissen reicht, um erfolgreich selbständig zu sein. Eines ist richtig: Ohne fundiertes (!) kynologisches Wissen kann absolut niemand eine ernstzunehmende Selbständigkeit in der Hundebranche starten. Das ist Voraussetzung, um sich selbständig zu machen. Aber ab dem Moment, in dem du gründest, baust du ein Unternehmen auf. Schaut euch mal das Organigramm eines mittelständischen Unternehmens an, wie viele unterschiedliche Fachbereiche und Disziplinen es in einem solchen Unternehmen gibt. Das machen die ja nicht, weil sie Langeweile haben. Sondern weil all diese Disziplinen zu einem gut laufenden Unternehmen dazu gehören.

Als selbständiger Dienstleister hast du x Rollen inne, mit denen du zuvor noch nie konfrontiert wurdest – um die wichtigsten zu nennen: Angebotsentwicklung, Finanzen, Marketing, Kundenmanagement, Work-Life-Balance, interne Organisation inkl. Prozessabläufe, Buchhaltung und Administration.

Warum gibt es wohl in einem großen Unternehmen in jedem Bereich Experten? Weil diese Themen eben nichts sind, das man sich mal eben so durchliest und weiß, wie es geht. Wie oft höre ich „Flyer funktionieren nicht“, „Facebook-Werbung funktioniert nicht“, „meine Webseite bringt keine Kunden“. Das liegt aber nicht an dem Marketing-Medium Flyer, Facebook-Werbung oder Webseite, denn alle drei sind supertolle Marketing-Instrumente. Wenn die nicht funktionieren, liegt das an der Person, die sie einsetzt – weil sie nicht weiß, wie es geht. Das muss man lernen, genau wie du intensiv gelernt hast, auf welchen verschiedene Wegen du Hund und Halter die Leinenführigkeit vermitteln kannst.

Welche elementaren Dinge muss man für eine erfolgreiche Selbständigkeit in der Hundebranche wissen?

  1. Wie gute Kundenkommunikation im Marketing abläuft.
  2. Was man rund um die eigenen Finanzen zu wissen hat.
  3. Welche Abzüge und Vorauszahlungen wann zu leisten sind.
  4. Wie man die eigenen Preise kalkuliert (und nicht schätzt), damit man wirklich gut von der Selbständigkeit leben kann.
  5. Wie man gut für sich sorgt, um sich nicht kaputt zu arbeiten. Dazu gehört auch,
  6. wie man sich abgrenzt.
  7. Wie man den Alltag gestaltet.
  8. Wie man gut für sich sorgt, um sich nicht kaputt zu arbeiten.

Du siehst, bei dem Thema könnte ich stundelang reden und mich auch tatsächlich heiß reden. Weil ich manchmal nicht verstehe, warum Hundeunternehmern so klar ist, dass niemand mit „Ich schau mir mal zwei Tage lang Kynologie an“ ein guter Hundetrainer sein kann und gleichzeitig geglaubt wird, dass man Marketing mal eben schnell nebenbei macht, ohne sich groß damit zu beschäftigen, und es dann Kunden bringen wird. Nein, wird es nicht. Du musst wirklich verstehen, wie Marketing funktioniert!  Und du musst es üben. Genau, wie du Leinenführigkeit immer wieder mit verschiedenen Hundetypen geübt hast, bevor Du wirklich gut darin warst und es verlässlich funktioniert hat.

Hundeunternehmer ist übrigens ein Begriff, den ich 2011 erfunden habe. Der besteht aus zwei Bestandteilen: „Hunde“ und „Unternehmer“. Die meisten Selbständigen in der Hundebranche sind fit zum Thema Hund. Und vernachlässigen den zweiten Teil: Das Unternehmer-Sein. Unternehmensaufbau und -führung gehören eben zwingend dazu, damit die Selbständigkeit funktioniert.

Also, in Kürze: Der größte Stolperstein ist, sich selbst nicht als Unternehmer zu sehen, sondern als Experten zum Thema Hund.

Welche typischen Fragen/Sorgen hältst du für unbegründet? Womit machen es sich Gründer unnötig schwer?

Foto: Patrick Hendry

Mit ihren ungelösten Selbstwertthemen, die ich alle extrem gut nachvollziehen kann und vieles davon aus eigener Erfahrung kenne. Die zeigen sich in der Sorge, nicht gut genug zu sein und deswegen bestimmte Dinge nicht oder nur sehr zurückhaltend anzubieten. Sie zeigen sich in zu geringen Preisen und darin, dass man sich nicht traut, Marketing zu machen und sichtbar zu werden. Und sie zeigen sich in mangelnder Abgrenzung zum Kunden, was dazu führt, dass man sich zu sehr nach dem Kunden richtet, zu wenig Freizeit hat und der Kunde regelmäßig Grenzen überschreitet – eben deshalb, weil Grenzen nicht sauber gezogen und kommuniziert wurden. Unbegründet sind diese Sorgen und Verhaltensweisen ganz subjektiv, also vom Betroffenen aus gesehen, in dem Moment nicht. Die Sorge, nicht gut genug zu sein, fühlt sich real sein. Der Gedanke „Ich kann nicht mehr als x Euro nehmen“, fühlt sich wie eine Wahrheit an. Der Gedanke „Ich kann dem Kunden nicht absagen“, fühlt sich echt an.

Erst, wenn man sich nach und nach aus diesen Selbstwertthemen rausgewurschtelt hat, immer reifer, unabhängiger vom Außen und zu einem selbstsicheren Unternehmer heranwächst, ist man in der Lage, zurückblickend zu sagen „Da hätte ich mir das Leben damals nicht so schwer machen sollen.“

Letztens sagte eine Kundin in der Sprechstunde im Club „Obwohl ich von dir und den Kollegen wusste, dass es falsch ist, habe ich mit zu niedrigen Preisen begonnen. Ich WUSSTE es, hab es aber trotzdem gemacht. Und jetzt hab ich genau den Salat, so wie ihr es alle vorhergesagt habt. 😊

Man kann immer nur das tun, was sich richtig anfühlt. Wichtig ist, dass man reflektiert zu dem Thema ist, wie die eben genannte Kundin. Und weiß, dass dieser Schritt nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer Lösung ist, die man eigentlich anstrebt. Man wächst eben langsam und es hilft nichts, sich da zu überfordern, so wie man nicht an einem Grashalm ziehen kann, damit er schneller wäscht. Jeder hat sein eigenes Tempo, und das ist okay. Nur weiß man eben, wenn man weiter ist mit seiner eigenen Entwicklung, dass diese Unsicherheiten alle hausgemacht sind und keine objektive Grundlage haben. Deswegen sind sie – objektiv gesehen – unbegründet. Subjektiv gesehen in diesem Moment jedoch nicht. 😊

Ein Schwerpunkt deiner Arbeit ist die Persönlichkeitsentwicklung. Du sprichst immer wieder davon, wie hart du an dir selbst gearbeitet hast. Wo siehst du deine größte persönliche Weiterentwicklung?

Auch bei mir ist es der Aufbau des eigenen Selbstwerts. Der mangelnde Selbstwert zeigte sich bei mir ganz klassisch in totaler Überarbeitung: Um den eigenen Wert aus Leistung und Feedback von Außen zu ziehen. Es ist schrecklich, wenn man da drin steckt. Insbesondere weil man das Gefühl hat, alles richtig zu machen und gar keine andere Option sieht als so weiter zu arbeiten wie bisher. Man hat das Gefühl, es geht gar nicht anders. Und man checkt zu Beginn auch nicht, dass die Lösung in einem selbst liegt. Man wartet immer darauf, bis sich „xy“ im Außen ändert (was immer das auch ist: mehr Kunden, ein Projekt vollendet, Kontostand xy erreicht, usw.), und DANN kann man ja weniger arbeiten.

Das ist natürlich völliger Blödsinn. Egal, was im Außen passiert: Es geht immer so weiter. Und das geht bei vielen Menschen so lange weiter, bis sie zusammenbrechen. Bei mir war das auch so. Wer mag, kann gerne in meinen Blog schauen, da habe ich einen Artikel zu meinem eigenen Zusammenbruch geschrieben. Der Zusammenbruch geschah noch während meiner Zeit als Angestellte. Tatsächlich war ich jedoch in den ersten… tja, 6-7 Jahren meiner Selbständigkeit immer wieder am Abgrund oder bin sogar mehrfach wieder hinuntergefallen. Was sehr schwierig ist, wenn man von der Selbständigkeit finanziell abhängig ist, und das war ich von Anfang an. Ich hatte, wie so viele Andere, keinerlei finanzielle Rücklagen, und musste von Anfang an davon leben (übrigens etwas, von dem ich extrem vehement abrate! Wer immer das vor seiner Gründung liest: Bau Dir UNBEDINGT ein finanzielles Polster für mindestens ein Jahr auf. Das kann ich gar nicht deutlich genug sagen!).

Inzwischen habe ich gelernt, meine Bedürfnisse und meine Grenzen wahrzunehmen. Ich bin viel weniger belastbar als früher, woran ich mich erstmal gewöhnen musste. Tatsächlich war ich eben nie so belastbar wie ich es von mir erwartet oder gedacht habe – genau das hat mich ja immer wieder zusammenbrechen lassen. Ich lerne immer noch, unabhängiger von den Meinungen Anderer zu werden. Und ich baue noch weitere einschränkende Glaubenssätze ab, die noch weit über das Selbstwertthema hinausgehen.

Die Effekte fühle ich jeden Tag: Indem ich immer mehr wirklich mein Leben lebe. Indem ich so glücklich bin wie noch nie zuvor in meinem Leben. Natürlich nicht immer und andauernd. Aber immer öfter, immer bewusster und immer tiefer. Das ist eine wunderschöne Entwicklung.

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Im Hundeunternehmer-Club findet sich eine riesige Auswahl an wertvollen Inputs zum Selbstlernen. Zu welchen Schwerpunkten wird man dort fündig?

Es gibt im Club wortwörtlich alles, was man für eine erfolgreiche Selbständigkeit in der Hundebranche braucht – um eben wie oben beschrieben genau das zweite Standbein neben dem kynologisches Wissen aufzubauen, was ein stabiles Unternehmen braucht:

  • Ein interessantes Angebot gestalten
  • Verstehen, wie Kunden ticken, was sie berührt und was sie zum Kauf bewegt
  • Lernen, welche Marketing-Kanäle in der Hundebranche funktionieren
  • Wissen, welche Inhalte man im Marketing nach draußen gibt
  • Die eigenen Finanzen verstehen, Umsätze und Preise kalkulieren und gut von der Selbständigkeit leben können
  • Didaktik und der Aufbau von guten Einzelstunden und Gruppenkursen
  • Kommunikation mit dem Kunden
  • Work-Life-Balance, Selbstfürsorge und seinen eigenen Weg gehen

Mit all diesen Inhalten verfolge ich nur ein Ziel: Dass jede Selbständige ihren eigenen Weg findet und sich ein Unternehmen aufbaut, das sie glücklich macht. Das wichtige Umdenken ist: Nicht wir sind für unser Unternehmen da. Das Unternehmen ist für uns da. Und es gilt, es nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Daran arbeiten wir im Club. Und das Wichtigste: Das funktioniert.

Für zukünftige Schnauzentrip®-Guides bietest du diese Inhalte zu einem Sonderpreis an. Warum würdest du es ihnen auch gerne empfehlen?

Eure Ausbildung ist ja sehr schlau gestaltet: Ihr konzentriert euch auf das, was eurer Erfahrung und Expertise entspricht: Richtig gute Hunde-Events anzubieten. Eine weitere Zusammenarbeit mit euch über die Membership als Schnauzentrip®-Guide ist für jeden sinnvoll, der das nicht nur als Hobby machen möchte, sondern mit seinem Hunde-Business wirklich (gutes) Geld verdienen möchte. Denn dann sind wir im Bereich „ernstzunehmender Unternehmer“ (anstatt freudvoller Hobby-Eventanbieter). Wer gestalten, sich weiterentwickeln, vorankommen und sich einen Namen aufbauen möchte, für den sind die unternehmerischen Inhalte im Club extrem wertvoll und helfen ihm, viel schneller, einfacher und lukrativer voranzukommen.

Neben deiner Arbeit im Club hast du außerdem ein Buch für Hundetrainer geschrieben. Das scheint dir viel Spaß gemacht zu haben - denn du schreibst bereits am nächsten... Was ist das Besondere am Schreiben?

Schreiben war schon immer ein Talent von mir, Deutsch schon immer mein Lieblingsfach und meine Deutschlehrer und ich haben uns schon immer geliebt. Dazu kommt, dass ich gerne in meiner eigenen Welt versinke und extrem introvertiert bin. Das überrascht sehr viele, weil sie mich von Online-Trainings und Videos auf meinen Facebook- und Instagram-Seiten „Hundeunternehmer gut beraten“ kennen und das Gefühl haben, ich sei extrovertiert – weil ich halt keine Scheu habe, Videos zu machen, dort sehr selbstsicher bin und mich gut ausdrücke. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich dennoch total introvertiert und am liebsten mit mir alleine (oder mit einer engen Freundin zusammen) bin.

Beim Buch-Schreiben kann ich ganz bei mir und meinen Gedanken sein. Ich habe sehr viel zu sagen und weiß (auch durch die Rückmeldungen meiner Kunden), dass ich damit etwas bewirke und einen Unterschied in der Welt mache. Und sei es nur in der kleinen Welt eines einzelnen Menschen. Tatsächlich habe ich so viel zu sagen, dass ich jahrelang schreiben könnte, und es würde immer noch weiterfließen. Gleichzeitig erfordert Schreiben sehr viel Disziplin und ist ein anstrengender Prozess mit einem hohen energetischen Einsatz, was viel Regenerationszeit nach sich zieht.

Es ist also nicht nur Freude, sondern auch (harte) Arbeit. Die mir aber eben unglaublich viel Freude macht.

Wenn du dich entscheiden müsstest zwischen Beratungsarbeit und Bücherschreiben - was wäre deine Nummer Eins?

Ha, das ist eine gute Frage! Und es ist eine Frage, deren Antwort auch von der momentanen Gemütslage abhängt. Derzeit, wenn man mir die Pistole auf die Brust setzen würde, würde ich wohl „Bücher schreiben“ sagen, weil ich gerade wieder eine sehr introvertierte Phase habe.
Gerade WEIL ich solche Phase habe, ist es aber auch sehr gut, wenn ich durch regelmäßigen Kundenkontakt da wieder herausgeholt werde. Außerdem LIIEEBE ich es, wenn in einem Kundengespräch auf einmal die Puzzleteile an die richtige Stelle fallen und das Bild klar wird. Wenn die Kundin auf einmal strahlt, weil sich der Knoten löst, sie wieder Kraft und Zuversicht hat und darauf brennt, das, was sie gerade erkannt hat, umzusetzen. Das ist einfach unbezahlbar und Freude pur.

Meine Bücher speisen sich auch aus diesen Erlebnissen. Das, was ich schreibe, ist aus der realen Arbeit mit meinen Kundinnen erwachsen. Mich bilden diese Termine ja auch immer fort, jedes Mal. Von daher bin ich froh, nicht wählen zu müssen. Die Kombi dieser beiden Tätigkeiten und abwechselnd mal dem einen, mal dem anderen einen Schwerpunkt zu eben, ist einfach ideal.

Wonach ist dir jetzt?

Ehrlich gesagt hat es mich so inspiriert, über den Zusammenhang von Selbstwert und Unternehmenserfolg zu erzählen, dass ich am liebsten gleich mit einem Buch dazu loslegen würde. Dieses Thema habe ich schon länger auf der Agenda. Ich weiß aber auch, dass dies ein Buch ist, das noch Jahre reifen wird. Es gibt so unendlich viel dazu zu sagen. Das darf sich alles noch sortieren, setzen und weiterentwickeln. Irgendwann wird es dann der richtige Zeitpunkt sein.

Das hat man als Unternehmerin irgendwann gelernt: Man weiß genau, wann etwas dran ist und wann nicht. Man lernt, seinem Bauchgefühl zu 100% zu vertrauen. Und das rate ich auch jedem, der das hier liest:

Vertrau Deinem Gefühl. Es ist egal, ob es logische Gründe gibt. Dein Gefühl hat Recht. Immer. Vertrau Dir und mach das, was sich gut, leicht und richtig anfühlt. Dann kannst Du sicher sein, dass Du wirklich Deinen Weg gehst. Und nur der wird Dich glücklich machen.

Mehr über Tina

Tina Gärtner ist Dipl.-Betriebswirtin, zertifizierte Coach und ausgebildete Hundetrainerin. Seit 2012 unterstützt sie als Unternehmensberaterin Selbständige in der Hundebranche dabei, erfolgreich und zufrieden von ihrer Selbständigkeit zu leben. Dabei führt sie das Know-How und die Erfahrung unterschiedlicher Felder zusammen: Betriebswirtschaftliches Wissen, praktische Erfahrung als Führungskraft in der Wirtschaft, Coaching-Expertise und Erfahrungen als ausgebildete Hundetrainerin.

Kontakt zu Tina:

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