Der Hund als Helfer und Heiler

Mehr als nur ein Vierbeiner

Ob im Wohnzimmer, im Park oder in Restaurants, Hunde, unsere treuen Begleiter sind nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Wir lieben sie, verwöhnen sie und versuchen ihnen ein tolles Leben zu bieten. Seit einigen Jahren verbreitet sich nun auch die umgekehrte Perspektive: Hunde als Helfer für den Menschen, innige Mensch-Hunde-Teams.
Die Ausbildung von sensibilisierten, auf die Bedürfnisse Einzelner zugeschnittene und ausgebildete Hunde, hat heute einen großen Platz in der Sonder- und Sozialpädagogik gefunden.
Wir können mittlerweile auf ein breites Repertoire an verschieden ausgebildeten Assistenzhunden zurückgreifen, so zum Beispiel

  • Behindertenbegleithunde
  • Epilepsiewarnhunde
  • Schulhunde
  • Autismushunde
  • Therapiehunde für Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung
  • Diabetikerwarnhunde.

Die Ausbildung dieser Hunde hat sich der Verein Vita e.V. Assistenzhunde auf die Fahne geschrieben.

Wie alles begann…

In der Gruppe macht Lernen am meisten Spaß.
Foto: VITA e.V.

Im Jahr 2000 gründete Tatjana Kreidler ihren Verein VITA Assistenzhunde e.V.: Nach ihrem Studium und der Diplomarbeit zum Thema “Hunde als Helfer” ging Tatjana mehrere Monate nach England, um dort ihre Ausbildung als Assistenzhundetrainerin zu beginnen. In dieser Zeit beschloss sie, zurück in Deutschland, einen Verein zu gründen, der Menschen mit Behinderung Hunde zur Verfügung stellt, die ihnen zu mehr Unabhängigkeit trotz ihrer Einschränkungen verhilft.
Im Studium hatte sie sich intensiv mit den kindlichen Entwicklungsphasen beschäftigt, deshalb bezog sie – abweichend vom englischen Modell – auch körperlich behinderte Kinder und Jugendliche in ihr Projekt ein. Das hatte bislang noch niemand gewagt. In England sprach man von mangelnder Reife und traute es Hunden und Kindern schlicht nicht zu, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Heute weiß man es besser. Mit der Ausbildung von Kinderteams leistete VITA e.V. europaweit Pionierarbeit und bildete bis Ende 2013 bereits 19 Kinderteams aus – der Erfolg überzeugte auch andere Organisationen überzeugt. Die Zahlen heute dürften deutlich gestiegen sein.
Basierend auf der Grundidee entwickelte Tatjana Kreidler eine spezielle Methode, um den Hund für den Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren und den Weg für eine lebenslange Beziehung zu ebnen. Somit war Golden-Retriever-Hündin “Fay” der erste Hund, der von Tatjana und ihrem Verein VITA e.V. ausgebildet wurde.
Etliche Studien belegen, dass vor Allem bei Kindern sowohl psychische, als auch psychisch und soziale Fortschritte durch den Kontakt mit Hunden erreicht werden können.
Fays Partner Thomas Riehl spricht gerne davon, dass er durch seine Hündin sein Leben neu begonnen hat.

Hunde, die das Leben erleichtern

Der Hund leistet wertvolle Hilfe im Alltag.
Foto: VITA e.V.

Der von VITA e.V. ausgebildete Assistenzhund erfüllt ganz bestimmte Aufgaben für Menschen mit körperlicher Behinderung und hilft somit, den jeweiligen Alltag besser zu bewältigen.
Die Art der Assistenzhunde ist sehr individuell und unterscheidet sich genauso spezifisch, wie es die Behinderungen als solche tun. Zu den Assistenzhunden gehören zum Beispiel Blindenführhunde, Behinderten-Begleithunde oder auch Epilepsiewarnhunde.
Die Aufgaben dieser Hunde umfassen ein weites Feld. Zu den Aufgaben eines Begleithundes gehört es u.a., Gegenstände auf Zuruf zu bringen, Türen, Schubladen und Schränke zu schließen. Außerdem leisten die Hunde alltägliche Hilfe beim An- und Ausziehen von Kleidung, beim Ein- und Ausräumen der Waschmaschine. Auch Hilfeholen gehört zu den Aufgaben, welche die Hunde in der Ausbildung lernen.
Doch der Hund ist nicht nur praktischer Helfer im Alltag. Das soziale Miteinander und die Interaktion zwischen Mensch mit Behinderung und Hund fördert sowohl die Psyche, als auch die Integrität der Menschen in die Gesellschaft. Der Hund ist die Tür, um Kontakt zu Dritten aufzunehmen, er leistet psychischen und seelischen Beistand in nicht-alltäglichen Situationen und gibt Sicherheit, sich draußen zurecht zu finden. Die Hemmschwelle der Menschen mit körperlichen Behinderungen wird durch den Hund als Medium oftmals nicht mehr zur Herausforderung und gesunde Menschen haben es leichter, durch den Hund auf Menschen mit Behinderung zuzugehen. Somit ist eins klar: Nicht nur der praktische Effekt, sondern auch die sozialen, psychischen Aspekte stehen klar im Fokus.
Das Agieren innerhalb den Mensch-Hunde-Teams ist ebenso einmalig und auch die Abhängigkeit voneinander trägt zu einer sehr innigen Beziehung bei.
Durch seine praktischen Funktionen und sozial-emotionalen Komponenten verhilft der Assistenzhund benachteiligten Menschen zu mehr Unabhängigkeit. Damit trägt er bei gleichzeitiger Verringerung der Pflege-, Heil- und Therapiekosten zur Steigerung der Lebensqualität eines Menschen mit Behinderung bei.
Die Assistenzhunde von VITA werden nach sehr hohen Qualitätsstandards ausgebildet, die sich zum einen aus dem Konzept von VITA ergeben und zum anderen aus den Leit- und Richtlinien des Dachverbandes Assistance Dogs Europe (ADEu).

Assistenzhunde unterstützen auf dem Neusser DOGRUN

Auch Kuscheln ist wichtig für die Gesundheit.

Foto: VITA e.V.

Uns als Verein ist es ein besonderes Anliegen, sozialen Projekte zu stärken und zu fördern. Die finanziellen Mittel sind oft begrenzt und die Ausbildung der Hunde ist teuer.
Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die Hälfte des Erlöses des Benefizlaufs, dem Neusser DOGRUN, am 22.09.2018 an VITA e.V. und damit in die Ausbildung der Hunde zu spenden.Wir laden Sie an dieser Stelle ein, unsere Veranstaltung zu besuchen. Claudia Ludwig, die ehemalige Moderatorin von “Tiere suchen ein Zuhause” (WDR), wird als Schirmherrin mit ihrem Herzblut durch den Tag führen. Es warten spannende Interviews auf Sie, die sich – ja, richtig! – alle im weiteren Sinne um Rettungs- und Assistenzhunde drehen. Wenn Sie sich für eine Teilnahme am Lauf interessieren, müssen Sie nicht einmal besonders sportlich sein: Jogger haben die Möglichkeit, zwischen 10.00 und 11.00 Uhr ungestört ihre Runden zu drehen – alle Anderen dürfen ab 11.00 Uhr starten, ganz egal, ob gehend, walkend oder rollend. Uns interessiert nur die Strecke! Weitere Informationen zur Anmeldung finden Sie hier. Wenn Sie uns und die Rettungshunde durch Geld- oder Sachspenden unterstützen, ein Werbebanner auf der Veranstaltung platzieren oder uns einfach nur Ihre Manpower ausleihen möchten, schreiben Sie uns gerne eine Mail.

Weiterführende Literatur:
Barrett, Luca (2013): Vom Welpen zum Assistenzhund: Auswahl, Standards, Training. 2. Auflage, Osterode

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